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Lutz pilgert!

03.04.2017: Wohl eher als radtouristisches Reiseziel, um Europa einmal mit dem Rennrad „durchmessen“ zu haben, geisterte unserem Vorsitzenden Lutz eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela durch den Kopf. Am Dienstag 28.3. war es dann so weit:
1. Etappe über Bregenz- St.Gallen- Herisau bis nach Rapperswil Jona (Jugendherberge ).
2. Etappe über den Etzelpass nach Einsiedeln  (wichtiger Pilgerort)- Luzern- Brünigpass bis nach Interlaken.
3. Etappe über Zweisimmen , Château d’Œux, Bulle und Oron la Ville nach Lausanne.
4. Etappe entlang des Genfer Sees nach Genf, dann weiter nach Annecy.
5. Etappe über Aix Le Bains und Chambery bis Voiron, dann im Regen weiter bis nach Valence an der Rhône.
6. Etappe zunächst im Regen bis nach Montelimar,  dann bei sich aufklarendem Wetter zur Pont du Gard und dann weiter nach Nîmes.
7. Etappe (heute): Besichtigung des Amphitheaters,  dann über Aigues Mortes die Mittelmeerküste entlang bis nach Beziers.
Die Etappen waren zwischen 110 und 180 km lang und hatten meistens zwischen 1.000 und 2.000 Höhenmeter.
Morgen geht es weiter am Canal du Midi entlang  Richtung Toulouse und weiter nach Pau. Die spanische Grenze werde im bei Biarritz überqueren

05.04.2017: Die Ausschilderung in Frankreich ist sehr „gewöhnungsbedürftig „, und ich habe mich in La Grau du Roi, in La Grande Motte usw. immer wieder verfahren. Dazu kommt , dass der ausgewiesene Radweg „La Grande Traverse“ zwischen den großen, von rosafarbigen Flamingos bevölkerten Étang und dem offenen Meer in Wahrheit ein Dünenweg aus tiefem Sand, Steinen, Kies und scharfkantigen Muscheln war. Ein Durchkommen nicht mal für’s MTB, allenfalls mit breiten Ballonreifen. Also war 11 km Schieben angesagt- das Rennrad versank dabei immer wieder bis zu den Felgen im Sand. Jakobsweg zu Fuß – so war’s gedacht. So kam ich nur bis Cap d’Agde.
05.04.17, 08:39:56: Lutz Geisler: 8. Etappe: Von Cap d’Agde über Beziers nach Carcassonne. Da mir von der viel befahrenen Direktroute abgeraten wurde, habe ich Nebenstrecken gesucht. Ausschilderung? Ich bin auf einem Feldweg gelandet. Plattfuß. Ventil beim Ersatzschlauch zu kurz, Schmirgelpapier fehlt. Ein rauer Stein schafft Abhilfe- dann geht’s nach gut 1 Stunde Abmühen weiter. Der Canal du Midi war wunderschön, der meiste Teil der Strecke weniger, denn es gab fürchterlichen Gegenwind -Mistral – der das Vorankommen erschwerte.  Ziel dann trotz allem in der Pilgerherberge Notre Dame de l’abbaye, eine sehr saubere und wunderschön direkt neben der Zitadelle gelegene Klosteranlage Laubengang und Innenhof.
9. Etappe: Heute geht’s nach Toulouse!

 

 

Perfekte Radwoche in Riccione

Auch heuer unternahmen 11 Mitglieder des RSV Seerose ihre nun schon traditionelle Reise in die Emilia Romagna nach Riccione. Nach entspannter 7-stündiger Autofahrt dort angekommen, wurde nach einchecken ins Hotel eine 40 km Tour in Richtung Panoramica mit ihrer prachtvollen Aussicht über die Strände von Riccione, Rimini und Cesenatico absolviert, bevor es zum Abendessen zurück ging.

Das Hotel „Fedora“, dass auch dieses mal wieder für eine 1 Woche zur Heimstatt für kulinarisch verwöhnte Radlermägen wurde, bot eine breite Palette von Speisen aus der italienischen Küche. Egal ob zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen – man konnte sich am opulenten Büffet bis zum Platzen bedienen, was dem einen oder anderen, der sich durch Training eine schlankere Silhouette verschaffen wollte, bestimmt einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Vom Hotel sind ebenso  Rad-Guides angeboten, die in verschiedenen Leistungsklassen als Ortskundige durch das Gelände der Emilia Romagna führten. Oft angefahren war dieses mal die Republik

San Marino, die ein eigenständiges staatliches Gebilde  auf dem Gebiet von Italien ist. Nach einem langen aber nicht allzu steilen Anstieg gelangt man in die Stadt, bevor es mit kurzen, aber gewalttätigen 20 – Prozent durch die Gassen hinauf zur Aussichtsplattform geht. Belohnt wird man dort oben mit einer atemberaubenden Aussicht auf Rimini, Riccione und das Meer einerseits, andererseits auf die Berge der Emilia Romagna mit dem Monte Carpegna, bis hinein in die Toskana. Charakterisierend für die Landschaft sind pittoreske Dörfer, die sich auf jedem der Hügel rund um San Marino befinden.

Auch ein großes „Muss“  ist eine Tour über die Panoramica, die als eine der schönsten Küstenstraßen Italiens gilt. Am ersten Tag nur zu einem kleinen Teil befahren, ist nach einer kompletten Absolvierung schnell klar, warum das so ist. Hier entfaltet sich der Frühling Italiens mit üppiger Flora, kombiniert mit der gigantischen Aussicht auf Meer und Hinterland in seiner vollen Pracht.

Bekannte aus vorigen Jahren waren auch wieder anwesend. Die eine oder andere Tour wurde zusammen unternommen und Heldensagen ausgetauscht, wenn man noch Luft bekam.

Nun braucht man eigentlich nicht extra erwähnen, dass als Königsetappe die Tour auf den Monte Carpegna, genannt „Cippo“, ausgekuckt wurde. Der Hausberg des italienischen Radidols Marco Pantani wartet mit einer anspruchsvollen Steigung, aber auch mit einer großen Belohnung auf.

Stolz es geschafft zu haben, kann man von oben einen wunderbaren Blick auf die Hügel der Toskana genießen. Nach Capuccino im Tal geht es auf über 30km, in ständig leichtem Gefälle, rasend schnell zurück nach Riccione.

Die Woche war zu schnell vorüber, wie das halt so ist, wenn man etwas genießt. Es bleibt als Fazit festzuhalten, dass es  keinen Sturz mit daraus resultierender Verletzung gegeben hat und das Wetter einfach sagenhaft war. Kurzum ein gelungener Urlaub und mit der dabei erworbenen Kondition lässt sich jetzt schon was anfangen.

Bella Italia !