War’s die Hitze, war’s ein Sturz kurz vor dem Zielsprint, war’s die Aussichtslosigkeit angesichts eines wie immer bärenstarken Ulrich Rottler: Bei den Kriteriumsmeisterschaften in Deißlingen am Donnerstag Abend hatten weder Lutz Geisler, Otto Schädler noch die Gastfahrerin Amélie Hild aus Grenoble „das richtige Hinterrad“ – es sprangen nur mittlere Platzierungen heraus.

Dabei hatte es richtig gut begonnen: Bei immer noch tropischen 30 Grad attackierte Otto Schädler wie gewohnt immer wieder und zeigte sich an der Spitze des Feldes, Amélie Hild fuhr – verglichen mit ihren 10 Konkurrentinnen, die im Männerfeld mitfuhren – ein engagiertes Rennen von vorne, und Geisler führte 2 Runden lang das Feld an und suchte ansonsten Windschatten im vorderen Drittel des Feldes bei den vermeintlichen Siegaspiranten. In Runde 22 von 40 Runden à 1 km durch das Ortszentrum von Deißlingen konnte der bärenstarke Ulrich Rottler (Villingen) ausreißen und zog gleich noch Stefan Bock (Tailfingen) und Cubero Schönwandt (Villingen) mit sich. Die Drei teilten sich fortan alle Wertungspunkte bis auf den für den jeweils Viertplatzierten und fuhren mit fast einer halben Rundenlänge Vorsprung ins Ziel (Zielplatzierung in obiger Reihenfolge). Hinten gab’s derweil in der drittletzten Runde Ärger durch einen Sturz, der das mittlerweile schon sehr schnelle und dadurch langgezogene Feld durcheinanderwirbelte. Keiner der Häfler war in den Sturz verwickelt – allerdings kam so Hild auf den 8., Geisler auf den 17. und Schädler auf den 19. Platz.

Die Frage „Was wäre gewesen, wenn …?“ darf man so nicht stellen, denn heiß war’s für alle, Stürze gibt es auch immer wieder, und einen starken Rottler hatte man schon nach dem Rennen in Linkenheim, als er die württembergische Seniorenelite mit einer Runde Vorsprung düpiert hatte, durchaus vermuten können.