Himmelfahrtskommando 2019

Am Himmelfahrtstag, um 09:00 Uhr morgens ging es los. 6 Seerosen mit Rucksack starteten zum diesjährigen Himmelfahrtskommando durch Oberschwaben, entlang der Donau, durch bayerisch Schwaben und letztendlich durch das Allgäu zurück nach Friedrichshafen. Das Wetter war noch nicht so fantastisch wie die folgenden Tage sein sollten, aber es war trocken und wir hatten die Bestätigung, Ärmlinge und Beinlinge nicht umsonst dabei zu haben. Spätestens nach der ersten Rast in Bad Wurzach hatten wir die bekannten Wege unserer direkten Umgebung verlassen. Beruhigend war auch, dass die meisten Höhenmeter des Tages hier schon erarbeitet waren. Die geplante Route führte uns weiter auf Landwirtschaftswegen ohne Verkehr durch wunderschöne Landschaft und entlang z.B. der Rot. So wurde diese Etappe ein wahrer Soul-Ride, Radfahren nicht nur für die Beine, auch für die Seele. Nach etwas mehr als 130km und 1200 Hm erreichten wir in Unterelchingen den Landgasthof Zahn, unser Etappenziel. Dort wurden zuerst die Fahrräder versorgt, dann die Fahrer erfrischt (erst innerlich dann äußerlich) und die Radklamotten gewaschen. Soweit resozialisiert konnten wir zum Abendessen gehen.

Am Freitag stand die Weiterfahrt an der Donau bis Donauwörth und dann einen Schwenk in das Lechtal vor, bis Augsburg erreicht ist. Dieser Tag war geprägt von Déjà-vus von Lutz, als wir an vergangenen Wohnsitzen vorbeikamen und das Café seiner Bundeswehrzeit zur Einkehr besuchten. In Donauwörth war die 2. Einkehr des Tages geplant. Das wurde aber angesichts drohender Wolken von der Mannschaft abgelehnt. Alle wollten weiter, Richtung Süden wo der Himmel heller schien. Was für ein Fehler denn in den folgenden Dörfern konnten wir die Auswirkungen des „Landgasthof-Sterbens“ am eigenen Leib erfahren. Viele wohl einstmals gut besuchte Wirtschaften hatten schon lange dicht gemacht. Erst in Meitingen konnten wir uns schließlich zu einem geöffneten Biergarten durchfragen. Der Versuch, als nächstes auf dem Lechtal-Radweg zu fahren schlug leider fehl, da dieser entgegen meiner Planungen nicht asphaltiert sondern geschottert ist. Das wollten wir unseren Rädern dann doch nicht antun und entschieden uns für die parallel verlaufenden Radwege entlang der Straße. Zum Schluss der Etappe war dann nochmal Konzentration gefragt bei der Einfahrt nach Augsburg. 123km und nur knapp 500Hm war das Pensum dieser Etappe, natürlich der Tatsache geschuldet, dass wir dem Donaumoos und dann dem Lechtal gefolgt waren. Ein kulturelles Highlight Augsburgs sollte eine Stippvisite in der Fuggerei sein. Die wenig freundliche Dame am Eingang wies uns aber deutlich drauf hin, dass dies 6,50 Euro Eintritt kostet. Ein Beitrag zur Erhaltung solch eines Denkmales ist ohne Frage drin, aber diesen Betrag waren wir nicht bereit auszugeben. Enttäuscht zogen wir weiter zum Abendessen im Biergarten „3 Königinnen“ ganz in der Nähe der Fuggerei. Auf dem Rückweg dann, als wir nochmal an der Fuggerei vorbei kamen war das Kassenhäuschen nicht mehr besetzt und wir kamen doch noch zu dem Vergnügen die älteste Sozialwohnsiedlung anzuschauen.

Die dritte Etappe am Samstag änderte dann wenige Kilometer nach Augsburg den Charakter mit dem Verlassen des Lechtals. Durch das Alpenvorland hatten wir nur ganz wenige Flachpassagen aber viele Anstiege und Abfahrten. Das Wetter hatte sich prächtig entwickelt und die Sonne war schon zu Beginn der Etappe kräftig. So war klar, dass wir an keiner geplanten Einkehr vorbei fahren würden denn auch hier zeigte sich das Phänomen der geschlossenen Wirtschaften deutlich. So haben wir in Markt Rettenbach an einem Edeka-Markt gerastet, da sich im ganzen Ort keine andere Gelegenheit Rast zu halten. An diesem dritten Tag, meiner Meinung nach immer der schwierigste in einer Etappenfahrt war dann Nachmittags der Entdeckerdrang so begrenzt, dass wir einen kleinen Bogen abgekürzt haben um bei Kräften unser Hotel in Kempten zu erreichen. Der letzte Kilometer wurde zur Herausforderung, da unser Track durch die Fußgängerzone führte wo gerade der „Tag der Musik“ stattfand. Also blieb nur schieben und alle 100Meter eine andere Band in Vorbeigehen zu hören. Im Hotel angekommen wurden wir erstmal von Mitgliedern einer Hochzeitsgesellschaft begrüßt und bewundert, die sich eine solche Tour bei diesem Wetter so gar nicht vorstellen konnten. Dann mussten schnell die Räder eingeschlossen werden wie bei den anderen Hotels auch schon, die Fahrer geduscht und ab in den Biergarten gegenüber zur Erfrischung! Unser Abendessen im L’Osteria bleibt uns allen in Erinnerung wegen der riesigen Pizzen, die nicht nur groß sondern auch richtig lecker waren. So macht Carbo-Loading Spaß!

Der Sonntag startete mit einem Frühstück in der 13. Etage des Hotels mit grandioser Aussicht auf die Allgäuer Alpen. Pünktlich um 9 Uhr waren wir bereit zur Abfahrt Richtung Heimat und wir waren gespannt, wo uns Charly und seine Mannschaft treffen würde, die und entgegen gefahren waren. Wir hatten die ersten Anstiege schon hinter uns und waren grade dabei Richtung Weitnau abzufahren als und bekannte Trikotfarben entgegen kamen und es tatsächlich unser Empfangskomitee war, das uns gefunden hatte. Aus sechs wurden also 14 Radler und unsere Homogenität, die wir auf den vorigen Etappen entwickelt hatten löste sich in Luft auf. Die Einkehr an diesem Tag war, wie sollte es anders sein bei unserem Sponsor Meckatzer in der dortigen Brauereigaststätte. Nachdem wir uns dort gestärkt hatten führte uns der Track aus Heimenkirch raus über einen bis zu 18% steilen Anstieg. Mir als Streckenplaner schlug nicht nur Begeisterung entgegen, als alle oben angekommen waren. Über Röthenbach und Neuravensburg kamen wir dann der Heimat und den bekannten Wegen immer näher um nach etwas mehr als vier Stunden Fahrtzeit ein finales Zielweizen in der Milchbüx in Eriskirch zu geniessen.

Dort wurden schon Ideen gesponnen wie das HFK2020 aussehen könnte…….

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